Auf der ersten Seite der Sechzehntelrhythmik standen die Sechzehntel noch dicht an dicht: drei oder vier Noten pro Viertel, die Bewegung trägt sich fast von selbst. Jetzt wird es luftiger – und damit anspruchsvoller. In den Figuren dieser Seite klingen pro Viertel nur noch zwei Noten. Den Rest übernehmen Pausen und eine Punktierung.
Sechzehntelpausen: die stillen Noten musst Du genauso fühlen
Eine Pause spielt man nicht – und genau deshalb wird sie so oft ungenau. Bei durchgehenden Sechzehnteln schiebt Dich die Bewegung von Note zu Note. Fällt ein Teil der Figur weg, musst Du die stillen Sechzehntel genauso präzise fühlen wie die klingenden. Wer eine Pause nur ungefähr abwartet, landet mit der nächsten Note irgendwo – aber nicht an ihrem Platz.
Deshalb ist der Fuß hier wichtiger denn je: Er tippt die Viertel unbeirrt weiter, auch wenn gerade nichts klingt. So bekommt jede Pause eine feste Länge. Sie ist kein Loch im Rhythmus, sondern ein Teil von ihm.
Erst die Achtelversion, dann die Sechzehntel
Alle fünf Übungen sind gleich aufgebaut: Im ersten Takt hörst und liest Du die Figur in der vertrauten Achtelversion, im zweiten Takt dieselbe Figur in Sechzehnteln. Das Notenbild bleibt gleich, nur die Auflösung ist feiner. Wenn Dir eine Sechzehntelfigur davonläuft, nimm Dir den ersten Takt vor: Er gibt Dir das Bild vor – danach verdoppelst Du nur das Tempo.
Die fünf Figuren im Überblick
- Zwei Sechzehntel in der Schlagmitte. Das Viertel beginnt und endet still, die beiden Noten liegen zwischen den Zählzeiten.
- Zwei Sechzehntel auf dem Schlag. Die Noten kommen direkt auf die Zählzeit, die zweite Hälfte des Viertels ist Pause.
- Achtelpause, dann zwei Sechzehntel. Das Spiegelbild der vorigen Figur: Die erste Hälfte ist still, die Noten sitzen in der zweiten.
- Punktierte Achtel mit Sechzehntel. Keine Pause, sondern lang–kurz im Verhältnis 3:1 – dazu gleich mehr.
- Sechzehntel auf den Zwischenzeiten. Jede Note kommt eine Sechzehntel nach dem Achtelpuls – keine der beiden liegt auf der Zählzeit.
Die punktierte Achtel: der Klassiker
Die vierte Figur fällt aus der Reihe, denn hier gibt es keine Pause. Die punktierte Achtel dauert drei Sechzehntel, dann folgt die einzelne Sechzehntel kurz vor dem nächsten Schlag. Dieses Lang–kurz gehört zu den häufigsten Rhythmusfiguren überhaupt – vom Marsch über die Filmmusik bis zum Schlagzeuggroove. Die Punktierung funktioniert dabei genauso wie bei der punktierten Viertel, nur eine Ebene feiner. Spätestens wenn Du die Figur hörst, wirst Du sie wiedererkennen.
Sechzehntelfiguren mit zwei Sechzehntelnoten
Übe wie gewohnt: eine Figur pro Durchgang, der Fuß hält die Viertel, erst sicher, dann schneller. Der Vorzähler gibt Dir einen Takt Zeit, den Puls aufzunehmen.
Wenn alle fünf Figuren ohne Nachdenken kommen, geht es weiter zur Leseübung – Sechzehntelrhythmik 2. Dort treten sie gemischt und in zufälliger Reihenfolge auf – erst da zeigt sich, ob das Bild wirklich sitzt.