Was ist eine Dreiklangsumkehrung?

Eigentlich ist der Begriff selbsterklärend: Spielt man die Töne eines Dreiklangs in umgekehrter Reihenfolge, handelt es sich um eine Dreiklangsumkehrung. (Aha ;-)

Betrachten wir einen alten Bekannten, den C-Dur-Dreiklang:

C-Dur Dreiklang in Grundstellung, 1. und 2. Umkehrung im Violinschlüssel
Der C-Dur Dreiklang und seine Umkehrungen

Bei der ersten Umkehrung wird der unterste Ton (der Grundton C) oktaviert, also eine Oktave höher gespielt. Der Charakter des Akkords bleibt erhalten – es ist eindeutig noch ein C-Dur-Dreiklang. Das solltest Du an Deinem Instrument einmal ausprobieren.

Bei der zweiten Umkehrung wird wiederum der unterste Ton (jetzt die Terz E) oktaviert. Auch hier bleibt der Akkord eindeutig als C-Dur-Dreiklang erkennbar.

Kehren wir den Dreiklang ein drittes Mal um, oktavieren also das G, so erhalten wir wieder den Ausgangsakkord – eine Oktave höher.

Grundstellung, erste und zweite Umkehrung

Um Dreiklangsumkehrungen genau zu bezeichnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten (und am einfachsten) ist die Bezeichnung nach der Umkehrung:

  • C-Dur-Dreiklang in der Grundstellung
  • C-Dur-Dreiklang in der ersten Umkehrung
  • C-Dur-Dreiklang in der zweiten Umkehrung

Bezeichnung nach der Lage: Quintlage, Oktavlage, Terzlage

Alternativ werden Dreiklangsumkehrungen anhand ihrer Lage bezeichnet. Die Lage richtet sich immer nach dem höchsten Ton im Akkord. In der Grundstellung ist der höchste Ton G – die Quinte des Akkords, deshalb spricht man von der Quintlage. Bei der ersten Umkehrung ist C der höchste Ton, also die Oktave zum (eigentlichen) Grundton, daher Oktavlage. Genauso bei der zweiten Umkehrung: E ist die Terz, also Terzlage.

  • C-Dur-Dreiklang in der Quintlage (Grundstellung)
  • C-Dur-Dreiklang in der Oktavlage (1. Umkehrung)
  • C-Dur-Dreiklang in der Terzlage (2. Umkehrung)

Meint man die Grundstellung bzw. Quintlage, reicht es auch, einfach C-Dur-Dreiklang zu sagen.

Sextakkord und Quartsextakkord

Eher selten werden die Umkehrungen auch als Sextakkord oder Quartsextakkord bezeichnet. Die erste Umkehrung nennt man Sextakkord, weil das Rahmenintervall immer eine Sexte ist (bei Dur eine kleine Sexte, bei Moll eine große). Die zweite Umkehrung heißt Quartsextakkord, weil das Intervall vom tiefsten zum mittleren Ton eine Quarte ist und das Rahmenintervall wiederum eine Sexte.

Umkehrungen der vier Dreiklangstypen

Nun wenden wir die Umkehrungen auf die vier uns bekannten Dreiklangstypen an:

Moll

C-Moll Dreiklang in Grundstellung, 1. und 2. Umkehrung im Violinschlüssel
Der C-Moll Dreiklang und seine Umkehrungen

Natürlich lässt sich ein Moll-Dreiklang genauso umkehren. Auch er bleibt immer eindeutig als Moll-Dreiklang hörbar.

Vermindert

Verminderter Dreiklang auf C in Grundstellung, 1. und 2. Umkehrung
Der verminderte Dreiklang und seine Umkehrungen

Die Umkehrungen des verminderten Dreiklangs unterscheiden sich klanglich nicht so stark wie ihre Dur- und Moll-Kollegen.

Übermäßig

Übermäßiger Dreiklang auf C in Grundstellung, 1. und 2. Umkehrung
Der übermäßige Dreiklang und seine Umkehrungen

Die Umkehrungen des übermäßigen Dreiklangs stellen eine Besonderheit dar: Sie sind nicht erhörbar. Bei jeder Umkehrung ergibt sich durch enharmonische Verwechslung eines Tones wieder ein neuer übermäßiger Dreiklang, wenn man wieder vom tiefsten Ton des Akkords ausgeht. Hört man einen übermäßigen Dreiklang, identifiziert unser Ohr am ehesten den tiefsten Ton als Grundton. Es ist also nicht möglich, die Umkehrung eines übermäßigen Dreiklangs zu hören.

Dem aufmerksamen Betrachter wird aufgefallen sein, dass der E+ Dreiklang im obigen Notenbeispiel eigentlich aus den Tönen E, Gis und His bestehen müsste. Um E+ zu schreiben, müsste man C zu His umdeuten (enharmonisch verwechseln), um wieder die Terzschichtung zu erhalten.

Das ist aber eine rein theoretische Sache, über die Du Dir keine weiteren Gedanken zu machen brauchst. Hörbar ist das sowieso nicht.

Beispiele für Dreiklangsumkehrungen

Zum Abschluss noch einige Beispiele von Dreiklangsumkehrungen. Versuche, diese nachzuvollziehen, bevor Du Dich an die Übungen machst.

Vier Dreiklangsumkehrungen: A-Moll, G-Dur, A-Dur und D-Dur
Beispiele von Dreiklangsumkehrungen
Vier Dreiklangsumkehrungen: As-Dur, B-Dur, F-Moll und D-Moll
Weitere Beispiele von Dreiklangsumkehrungen

Kleine Eselsbrücke: Steht die obere Note einzeln, ist es die 1. Umkehrung. Stehen die oberen Noten zu zweit, ist es die 2. Umkehrung.

Grundlagen vergessen? Alles über den Aufbau der Akkorde steht in Die Dreiklänge. Und wie die Umkehrungen klingen, trainierst Du in der Gehörbildungsübung Dreiklangsumkehrungen hören.