Noten,

ein leidiges Thema unter lernenden Musikern.

Warum überhaupt Noten?

Ausgerechnet damit musst Du beginnen, wirst Du sagen. Doch um die theoretischen Grundlagen der Musik zu verstehen und uns untereinander auszutauschen, brauchen wir so eine Art Schrift. Analog zu unserer gewohnten Schrift wäre die Musik eben die Sprache.

Und genau wie man sprechen kann, ohne lesen zu können, kann man auch musizieren, ohne Noten zu lesen. Aber genau wie mit unserer Schrift fallen eben viele Sachen leichter, wenn man Musik auch lesen und schreiben kann.

Wer sich also etwas eingehender mit dem Thema Musik befasst oder wer in Bands spielen will, wo Noten an der Tagesordnung sind (z. B. Bigband), wird früher oder später um die Notenschrift nicht herumkommen.

Und da wären wir schon beim Thema.

Das Notensystem

Es gibt also eine Notenschrift. Diese besteht aus Zeichen und Symbolen, erweiternd auch aus den gewohnten Buchstaben und Zahlen.

Diese Symbole werden in ein System aus 5 Linien geschrieben, unser Notensystem, auch 5-Linien-System genannt.

Hier ein Beispiel:

Notenbeispiel aus der Lektion Das Notensystem: zwei Takte mit unübersichtlich gesetzten Noten
Wirre Noten – ein übles Beispiel

Haaaaalt!!! Nicht gleich die Seite wegklicken...

Lesen hast Du ja auch nicht an einem Tag gelernt. Schließlich ist dies ein kompliziertes Beispiel, das zu verstehen einiger Übung bedarf.

Damals in der Schule hast Du ja auch zuerst die einzelnen Buchstaben gelernt.

Fangen wir also ganz von vorne an:

Die Noten werden als Kreise geschrieben. Genau genommen als leichte Ovale. Bei Bedarf werden diese Kreise ausgefüllt, mit Hälsen (das sind die senkrechten Striche) und Fähnchen oder Querbalken versehen. Näheres dazu findest Du in der Rhythmiklehre. Wir begnügen uns einstweilen mit der Darstellung der Noten als Ganze Noten (offener Kreis), Halbe Noten (offener Kreis mit Hals) und Viertelnoten (gefüllter Kreis mit Hals).

Die Noten werden auf oder zwischen die Linien eingetragen und legen so die Tonhöhe fest.

Notensystem im Violinschlüssel mit drei ganzen Noten: e' als tiefer Ton, h' als mittelhoher Ton, g'' als hoher Ton
Beispiel für einen tiefen, einen mittelhohen und einen hohen Ton

Der Notenschlüssel

Um nun genau zu wissen, um welchen Ton es sich handelt, müssen wir den Linien und den Zwischenräumen feste Notenwerte zuordnen. Dies geschieht mit dem Notenschlüssel. Da es viele verschiedene Instrumente gibt – manche klingen hoch, manche tief – oder es hohe und tiefe Stimmen gibt, bedient man sich verschiedener Schlüssel, um nicht so was lesen zu müssen:

Notensystem im Violinschlüssel mit sehr hohen Tönen über und sehr tiefen Tönen unter dem System, jeweils mit Hilfslinien
Sehr hohe und sehr tiefe Noten

Der Violinschlüssel

Der gebräuchlichste Notenschlüssel ist der Violinschlüssel. Mit seinem Bauch umschließt er die zweite Linie von unten, die G-Linie. Es wird festgelegt, dass die Noten auf dieser Linie ein G darstellen sollen. Deshalb nennt man ihn auch G-Schlüssel.

Notensystem mit Violinschlüssel und ganzer Note g auf der G-Linie, mit Pfeilen auf Note und G-Linie
Violinschlüssel und Note G auf der G-Linie

Der Bassschlüssel

Es gibt noch einige weitere Schlüssel, der wichtigste davon ist der Bassschlüssel, auch F-Schlüssel genannt. Er wird, wie der Name schon sagt, vorzugsweise für tiefer klingende Instrumente eingesetzt. Die beiden Punkte des Bassschlüssels umschließen die F-Linie, die zweite Linie von oben. Es wird wieder festgelegt, dass alle Noten auf dieser Linie ein F darstellen sollen.

Notensystem mit Bassschlüssel und ganzer Note F auf der F-Linie, mit Pfeilen auf Note und F-Linie
Bassschlüssel und Note F auf der F-Linie

Die ersten Noten lesen

Nun haben wir genügend Informationen gesammelt, um unsere ersten Noten zu lesen. Die Stammtöne heißen der Reihe nach:

c – d – e – f – g – a – h – c

Diese Tonfolge kennst Du vielleicht als C-Dur-Tonleiter. So sieht sie in beiden Schlüsseln aus:

C-Dur-Tonleiter im Violinschlüssel von c' bis c'' in Viertelnoten mit Notennamen
C-Dur-Tonleiter im Violinschlüssel
C-Dur-Tonleiter im Bassschlüssel von c bis c' in Viertelnoten mit Notennamen
C-Dur-Tonleiter im Bassschlüssel

Kleiner Hinweis am Rande: Im deutschen Sprachraum heißt der Ton zwischen A und C traditionell H. International (und in fast jeder Songbook- oder Bandnotation) heißt derselbe Ton B. Das deutsche B wiederum bezeichnet den um einen Halbton erniedrigten Ton (international Bb). Das sorgt gerne für Verwirrung – merke es Dir am besten gleich jetzt.

Zum Einprägen der Notennamen haben sich Merksprüche bewährt. Für die Linien im Violinschlüssel (e – g – h – d – f, von unten nach oben):

Es geht hurtig durch Fleiß“

Die Zwischenräume im Violinschlüssel ergeben von unten nach oben f – a – c – e, also das englische Wort FACE.

Für die Linien im Bassschlüssel (g – h – d – f – a, von unten nach oben):

Geh hin, du fauler Affe“

Und für die Zwischenräume im Bassschlüssel (a – c – e – g, von unten nach oben):

Alle Cellisten essen gerne“

Hilfslinien

Wie Du siehst, werden Noten ober- oder unterhalb der 5 Linien mit Hilfslinien dargestellt. Dies ist eine kurze Linie nur an der Stelle, an der auch die Note geschrieben wird, im gleichen Abstand wie die durchgezogenen Linien. Werden noch höhere oder tiefere Noten geschrieben, so werden zusätzliche Linien eingefügt (im schlimmsten Fall wie oben). Naja, ganz so wild wird es schon nicht werden ;-)

So, nun erstmal zurücklehnen und entspannen.
Der erste Teil wäre geschafft.

Das Gelernte kannst Du sofort anwenden: In der Übung „Noten lesen" bestimmst Du Note für Note — so lange, bis es automatisch geht.