Die große Septime erreichst Du am leichtesten, indem Du die Oktave singst und dann einen Halbton abwärts gehst. Sie klingt ähnlich dissonant wie der Tritonus, hat aber einen wesentlich größeren Tonabstand – nur die Oktave ist noch weiter gespannt.
Die große Septime erkennen und nachsingen
Die Verwechslungsgefahr mit der kleinen Septime ist groß. Im Zweifel hilft Dir die Auflösung: Singe vom oberen Ton aus einfach weiter zur Oktave. Fehlt nur noch ein Halbtonschritt, war es die große Septime – ihr oberer Ton ist praktisch ein Leitton, der zur Oktave drängt. Musst Du dagegen noch einen ganzen Ton hinaufsteigen, hattest Du die kleine Septime vor Dir.
Merkhilfen für die große Septime: Songs und Eselsbrücken
Song-Anker für die große Septime sind seltener als bei den kleineren Intervallen – aber es gibt sie:
Große Septime aufwärts
- „Take On Me" von a-ha – der berühmte Sprung im Refrain hinauf zum Spitzenton ist eine große Septime aufwärts.
Große Septime abwärts
- „Don't Know Why" von Norah Jones – die Gesangsmelodie beginnt mit einer großen Septime abwärts.
Eselsbrücke
Die große Septime ist die ungeduldige Oktave: eine Oktave, der genau ein Halbton fehlt. Denk Dir das Ziel Oktave und bleib einen Halbton darunter stehen – dieses „fast angekommen" ist ihr unverwechselbarer Klang. Sie ist übrigens die Umkehrung der kleinen Sekunde: Was als Halbtonschritt eng nebeneinanderliegt, wird umgestürzt zum größten Spannungssprung vor der Oktave.
Ihre enge Verwandte, die kleine Sekunde, hat ihr eigenes Gehörtraining kleine Sekunden — als Umkehrung hilft sie Dir beim Erkennen der großen Septime. Den Rundumschlag über alle Intervalle machst Du anschließend in der Übung Intervalle hören.