Die kleine Septime ist – ebenso wie ihre Nachbarin, die große Septime – leicht über die Oktave zu erreichen: Singe die Oktave und dann einen Ganzton abwärts. Sie klingt nicht so dissonant wie die große Septime, aber auch nicht wirklich konsonant – genau diese Zwischenstellung macht ihren Charakter aus.

Die kleine Septime erkennen und nachsingen

Zum Erkennen der beiden Septimen gibt es einen zuverlässigen Trick: Singe von der Septime zur Oktave hinauf und analysiere, ob Du dabei einen Halbton oder einen Ganzton gesungen hast – dieser kleine Schritt ist viel leichter zu beurteilen als der große Sprung selbst. Ein Ganzton bedeutet: kleine Septime. Ein Halbton: große Septime.

In der kostenlosen Version übst du aufwärts mit vorzeichenfreien Tönen — Premium schaltet abwärts und alle Vorzeichen frei.

Merkhilfen für die kleine Septime: Songs und Eselsbrücken

Für die kleine Septime aufwärts gibt es zwei Anker, die seit Jahrzehnten funktionieren:

Kleine Septime aufwärts

  • „Somewhere" aus der West Side Story – die ersten beiden Silben („Some-where") springen eine kleine Septime aufwärts. Das Standardbeispiel schlechthin.
  • Star-Trek-Thema (Original-Serie) – die Eröffnungsfanfare beginnt mit einer kleinen Septime aufwärts.

Kleine Septime abwärts

Abwärts hat sich kein Songanfang als Standard durchgesetzt – nutze die Umkehrungs-Probe: Oktaviere den unteren Ton nach oben, übrig bleibt eine große Sekunde, der vertraute „Alle-meine-Entchen"-Schritt.

Eselsbrücke

Merke Dir die kleine Septime als Oktave minus Ganzton – die entspanntere der beiden Septimen. Ihr Klang ist Dir vertrauter, als Du denkst: Sie ist die Spannungs-Septime des Dominantseptakkords, ohne die weder Blues noch Jazz funktionieren würden. Und als Umkehrung der großen Sekunde ist sie das weite Gegenstück zum kleinsten Alltagsschritt der Musik.

Alle Intervalle im Überblick: Die Intervalle. Und wenn die kleine Septime sitzt, geht's weiter zur großen Übung Intervalle hören.