Eine Quinte erkennen, ohne aufs Notenblatt zu schauen — das ist der Kern der Gehörbildung. Wer Intervalle nach Gehör bestimmt, schreibt Melodien mit, singt sicherer vom Blatt und versteht Musik beim bloßen Zuhören.
So funktioniert die Übung
Du hörst ein Intervall und bestimmst es nach Gehör — erst bei der Auswertung zeigt Dir das Notenbild, was erklungen ist. Anhören kannst Du Dir die Aufgabe beliebig oft.
Jedes Intervall hat einen Charakter
Intervalle unterscheiden sich nicht nur in der Größe, sondern im Klangcharakter: Die Oktave klingt wie derselbe Ton in neuer Höhe, die Quinte offen und stabil, die Terz macht den Dur- oder Moll-Charakter, die Sekunde reibt. Dieser Charakter bleibt gleich, egal auf welchem Grundton das Intervall steht — genau das macht ihn zum verlässlichsten Erkennungsmerkmal.
Tipp: Merkmelodien verankern
Verbinde jedes Intervall mit dem Anfang eines Liedes, das Du sicher im Ohr hast — viele Musiker erkennen so die Quarte am Beginn von „O Tannenbaum" wieder. Singe außerdem jedes gehörte Intervall leise nach, bevor Du antwortest: Was die Stimme nachvollzogen hat, erkennt das Ohr beim nächsten Mal schneller.
Was hinter den Intervallen steckt, erklärt die Lektion Die Intervalle — und weitere Übungsstrategien findest Du unter Tipps zum Üben.