Die kleine Sekunde ist ebenfalls einfach zu hören: ein Halbtonschritt – der kleinste Schritt, den unser Tonsystem kennt. Am Klavier sind das zwei direkt benachbarte Tasten, auf der Gitarre zwei benachbarte Bünde. Du wirst keinen Ton dazwischen finden, der nicht superschräg klingt.
Die kleine Sekunde erkennen und nachsingen
Vergleiche sie am besten direkt mit der großen Sekunde: Singe beide nacheinander, dann hörst Du sofort, wie viel enger der Halbtonschritt ist. Auch die Dur-Tonleiter hilft Dir – in ihr stecken genau zwei Halbtonschritte, zwischen der 3. und 4. sowie der 7. und 8. Stufe.
Und noch ein Trick: Singe die Dur-Tonleiter aufwärts und stoppe auf dem vorletzten Ton. Spürst Du, wie er zum Schlusston drängt? Genau dieser Leitton-Sog ist die kleine Sekunde. Im Zusammenklang reibt sie übrigens am schärfsten von allen Intervallen – unüberhörbar am Ende jedes Übungsdurchlaufs.
Merkhilfen für die kleine Sekunde: Songs und Eselsbrücken
Die kleine Sekunde ist das Spannungs-Intervall des Films – ihre bekanntesten Anker kommen aus dem Kino:
Kleine Sekunde aufwärts
- „Der weiße Hai" (Jaws) – das bedrohliche Zweiton-Motiv pendelt im Halbtonschritt aufwärts. Wer es einmal gehört hat, vergisst es nie.
- Pink-Panther-Thema – beginnt mit einem Halbtonschritt aufwärts in den ersten Ton des Themas.
Kleine Sekunde abwärts
- „Für Elise" von Beethoven – das berühmte Anfangs-Pendel beginnt mit einer kleinen Sekunde abwärts.
Eselsbrücke
Enger geht es nicht: Die kleine Sekunde ist der Mini-Schritt auf die Nachbartaste. Wenn Du unsicher bist, ob eine Sekunde groß oder klein war, versuche einen Ton dazwischenzusingen – bei der großen Sekunde geht das (der Halbton in der Mitte), bei der kleinen ist schlicht kein Platz mehr.
Halbton oder Ganzton? Das entscheidet sich im direkten Duell: Nimm Dir das Gehörtraining große Sekunden vor — und teste danach in der Übung Intervalle hören, ob Du beide Schritte sicher erkennst.