Betrachten wir die Klaviertastatur mit den angegebenen Intervallen noch einmal genauer.
Warum eine Taste keinen Intervallnamen trägt
Eine Taste ist nicht durch ein Intervall gekennzeichnet: das Fis bzw. Ges. Warum nicht? Darunter und darüber liegt jeweils ein reines Intervall – die reine Quarte C - F und die reine Quinte C - G. Reine Intervalle können aber nicht klein oder groß werden. Wie also sollen wir das fehlende Intervall benennen?
Der Tritonus: drei Ganztöne teilen die Oktave
Zählen wir die Tonschritte ab: Von C zu Fis sind es 3 Ganztöne. Zählen wir nach oben weiter, sind es von Fis zu C wiederum drei Ganztöne. Fis bzw. Ges teilt die Oktave also genau in der Mitte.
Wegen dieses Abstands von drei Ganztönen erhält das Intervall einen eigenen Namen: den Tritonus (griech. tri = drei).
Warum der Tritonus so wichtig ist
Der Tritonus ist ein besonderes und zugleich sehr wichtiges Intervall. Für sich allein gehört klingt er recht schräg – oder anders gesagt: spannungsreich. Und genau das macht seine Besonderheit aus. Im Dominant-Sept-Akkord (s. Die Vierklänge) liegt zwischen Terz und Septime ein Tritonus. In diesem Akkord klingt das spannungsreiche Intervall jedoch sehr logisch und begründet die Auflösungstendenz des Dominant-Sept-Akkordes in den Major-7-Akkord.