Die große Sekunde ist wieder etwas einfacher zu hören. Sie ist nichts anderes als der Ganztonschritt – der ganz normale „Gehschritt" der Musik: Die meisten Melodien bewegen sich überwiegend in Sekunden von Ton zu Ton, große Sprünge sind eher die Ausnahme. Du hast dieses Intervall also schon tausendfach gesungen, ohne es zu wissen.

Die große Sekunde erkennen und nachsingen

Singe einfach eine Dur-Tonleiter aufwärts – der zweite Ton ist die große Sekunde. Sicherer geht es kaum: Den Anfang einer Tonleiter trifft jeder.

Zur Kontrolle hilft auch der Zusammenklang: Erklingen beide Töne gleichzeitig – wie am Ende jedes Übungsdurchlaufs –, reibt die große Sekunde deutlich hörbar. Diese Reibung unterscheidet sie klar von den glatten reinen Intervallen wie Quarte und Quinte.

In der kostenlosen Version übst du aufwärts mit vorzeichenfreien Tönen — Premium schaltet abwärts und alle Vorzeichen frei.

Merkhilfen für die große Sekunde: Songs und Eselsbrücken

Weil fast jede Melodie mit Sekundschritten arbeitet, ist die Auswahl riesig – diese Beispiele sitzen besonders gut:

Große Sekunde aufwärts

  • „Alle meine Entchen" – der erste Schritt („Al-le") ist eine große Sekunde aufwärts, danach geht es gleich sekundweise weiter die Tonleiter hinauf.
  • „Happy Birthday" – nach den zwei gleichen Anfangstönen („Hap-py") steigt die Melodie auf „Birth-" eine große Sekunde.

Große Sekunde abwärts

  • „Yesterday" von den Beatles – die ersten beiden Silben („Yes-ter-") fallen eine große Sekunde abwärts.

Eselsbrücke

Denk an die große Sekunde als eine Stufe auf der Tonleiter-Treppe: ein Schritt, kein Sprung. Wenn Du prüfen willst, ob wirklich ein Ganztonschritt erklungen ist, singe vom unteren Ton aus die Tonleiter an – landet Dein zweiter Tonleiterton genau auf dem gehörten Zielton, war es eine große Sekunde.

Wie sich die große Sekunde in die Familie der Intervalle einreiht, zeigt Dir die Lektion Die Intervalle. Sitzt der Ganztonschritt, stellst Du ihn in der Übung Intervalle hören auf die Probe.