Die große Sexte klingt im Vergleich zu ihrer Kollegin, der kleinen Sexte, mehr nach Dur. Bemerkenswert ist ihre Auflösungstendenz: Sie zieht zur Quarte – nicht zur Quinte, wie Du vielleicht erwarten würdest.
Die große Sexte erkennen und nachsingen
Singe einmal C – A – F: Die Sexte C–A löst sich in die Quarte F auf (von C aus betrachtet). Der Grund für diesen starken Sog: Eigentlich liegt hier ein F-Dur-Dreiklang in Terzlage vor – Du singst von der tiefen Quinte C über die Terz A zum Grundton F (F–A–C = F-Dur).
Alles im grünen Bereich? Dann geht's los …
Merkhilfen für die große Sexte: Songs und Eselsbrücken
Für die große Sexte gibt es zwei Klassiker, die seit Generationen in jedem Gehörbildungskurs herhalten – aus gutem Grund:
Große Sexte aufwärts
- „My Bonnie Lies over the Ocean" – die ersten beiden Silben („My Bon-") springen eine große Sexte aufwärts. Der bekannteste Sext-Anker überhaupt.
Große Sexte abwärts
- „Nobody Knows the Trouble I've Seen" – das Spiritual beginnt mit einer großen Sexte abwärts („No-bo-").
Eselsbrücke
Die große Sexte ist die Umkehrung der kleinen Terz: Zusammen ergeben beide genau eine Oktave. Holst Du den oberen Ton der Sexte gedanklich eine Oktave nach unten, bleibt eine kleine Terz übrig – so prüfst Du im Zweifel nach, welche Sexte Du vor Dir hast. Und als Klang-Anker reicht meist ohnehin ein kurzes „My Bonnie" im Kopf.
Alle Intervalle im Überblick: Die Intervalle. Und wenn die große Sexte sitzt, geht's weiter zur großen Übung Intervalle hören.