Wir beginnen mit dem Hören der Oktave – dem einfachsten Intervall nach der Prime. Eine Gesangsausbildung wird das hier nicht: Entscheidend ist allein, dass Du die Töne richtig triffst, also sauber intonierst. Ob Du dabei singst, pfeifst oder summst, bleibt ganz Dir überlassen.
Die Oktave erkennen und nachsingen
Die Oktave ist leicht zu erkennen – im Prinzip ist es zweimal derselbe Ton. Zum Überprüfen genügt es sogar, die Prime dazu zu singen: Verschmelzen beide Töne fast zu einem, stimmt Deine Oktave. Du wirst damit kaum Schwierigkeiten haben – übe trotzdem mehrere Durchgänge hintereinander, bis die Intonation sicher sitzt.
Merkhilfen für die Oktave: Songs und Eselsbrücken
Intervalle merkst Du Dir am leichtesten über Melodien, die Du ohnehin im Ohr hast. Für die Oktave gibt es besonders bekannte Beispiele:
Oktave aufwärts
- „Somewhere Over the Rainbow" – die ersten beiden Silben („Some-where") springen genau eine Oktave aufwärts. Das berühmteste Oktav-Beispiel überhaupt.
- „Starman" von David Bowie – im Refrain liegt zwischen „Star-" und „-man" ebenfalls eine Oktave aufwärts.
Oktave abwärts
- „Willow Weep for Me" – der Jazz-Standard beginnt auf „Wil-low" mit einer Oktave abwärts.
Eselsbrücke
Denk an die Oktave als „gleicher Ton, neues Stockwerk": Der obere Ton schwingt exakt doppelt so schnell wie der untere, deshalb klingen beide so verwandt. Du hörst das jeden Tag – wenn Männer- und Frauenstimmen dieselbe Melodie „gemeinsam" singen, etwa beim Geburtstagsständchen, singen sie automatisch im Oktavabstand. Genau diesen Effekt kannst Du Dir oben in der Demo mit Männer- und Frauenstimme anhören.
Sitzt die Oktave? Dann wirf sie mit allen anderen Intervallen in einen Topf: In der großen Übung Intervalle hören zeigt sich, ob Du sie auch im Mix erkennst. Hilfreiche Strategien dafür findest Du unter Tipps zum Üben.