Jede Tonleiter bekommt ihren Charakter durch die Lage ihrer Halbtonschritte. Wer sie im Notenbild sicher erkennt, versteht, warum Dur anders klingt als Moll – und warum jede Kirchentonleiter ihre eigene Farbe hat. Genau das trainierst Du in dieser Übung: Du bekommst eine notierte Tonleiter und findest ihre beiden Halbtonschritte selbst.

So funktioniert die Übung

Notiert ist eine komplette Tonleiter über acht Töne, alle Vorzeichen stehen direkt bei den Noten. Klicke zwischen zwei Nachbartöne, um dort die spitze Halbtonschritt-Klammer zu setzen – ein zweiter Klick entfernt sie wieder. Sobald Du zwei Klammern gesetzt hast, wird ausgewertet, denn jede dieser Tonleitern hat genau zwei Halbtonschritte. Du kannst Dir die Tonleiter jederzeit anhören und mit dem Notenbild vergleichen.

In der kostenlosen Version übst Du mit Ionisch, Dorisch und Äolisch — im Violinschlüssel und in mittlerer Lage. Premium schaltet alle sieben Kirchentonleitern, den Bassschlüssel und alle Lagen frei.

Warum genau zwei Halbtonschritte?

In der Stammtonreihe liegen die natürlichen Halbtonschritte zwischen e–f und h–c. Jede Dur- und jede Kirchentonleiter enthält deshalb genau zwei Halbtonschritte – nur an unterschiedlichen Stellen. In Ionisch (Dur) liegen sie zwischen der 3. und 4. sowie der 7. und 8. Stufe, in Äolisch (natürlich Moll) zwischen der 2. und 3. sowie der 5. und 6. Stufe. Die Position der Halbtonschritte ist also der Fingerabdruck des Modus.

Tipp: Ablesen statt auswendig lernen

Die Aufgabe verrät Dir bewusst nicht, welche Tonleiter notiert ist. Verlasse Dich deshalb nicht auf auswendig gelernte Muster, sondern lies die Halbtonschritte direkt aus dem Notenbild ab: Prüfe für jedes Nachbarton-Paar, ob dazwischen ein Halbton oder ein Ganzton liegt – die Vorzeichen entscheiden. Erst im Feedback erfährst Du, um welche Tonleiter es sich gehandelt hat. So schulst Du genau die Fähigkeit, die Du später beim Analysieren echter Noten brauchst.

Die Theorie zum Nachlesen: Die Kirchentonleitern.