Kein Akkord treibt die Musik so voran wie der Dominantseptakkord: Dur-Dreiklang plus kleine Septime, innen der Tritonus — der Motor jeder Kadenz. Wer ihn singen kann, spürt die Auflösungsspannung am eigenen Leib, statt sie nur zu hören.
Warum der Dominantseptakkord drängt
Zwischen Terz und Septime des Akkords liegt ein Tritonus — G7 etwa spannt ihn zwischen h und f auf. Diese beiden Töne wollen sich schrittweise auflösen: die Terz aufwärts zum Grundton der Tonika, die Septime abwärts zu deren Terz. Deshalb steht der Dominantseptakkord auf der V. Stufe und zieht so unwiderstehlich zur I. Sing ihn jetzt selbst — Ton für Ton.
Übungshilfen für den Dominantseptakkord
Die Auflösung mitsingen
Singe nach dem Durchlauf probehalber die Fortsetzung: von der Septime einen Halbton abwärts (in G7: f → e). Wenn diese Auflösung „richtig" klingt, hast Du die kleine Septime korrekt getroffen — zu hoch gesungene Septimen verlieren genau diesen Sog.
Merkhilfe
Die freien Grundtöne G, C und D sind die Dominanten der Tonarten C, F und G — genau dort begegnet Dir der Akkord in freier Wildbahn. Denke ihn immer mit seinem Ziel: Ein Dominantseptakkord ist kein Zustand, sondern eine Richtung.
Wie die Septakkorde aufgebaut sind, erklärt die Lektion Die Vierklänge — die Spannung im Dominantseptakkord stammt übrigens vom Tritonus. Sitzt der Klang, teste Dich in der Übung Vierklänge hören.