Die Hauptkadenz I–IV–V–I ist die Grundformel der Harmonielehre — aber sie hat viele Verwandte: vom schlichten I–V–I über den Trugschluss-Umweg I–VI–IV–V–I bis zur Jazz-nahen Wendung III–VI–II–V–I. In dieser Hörübung erklingt eine vierstimmig ausgesetzte Kadenz, und Du erkennst nach Gehör, welche Stufenfolge gespielt wurde.

So funktioniert die Übung

Wähle zuerst Deine Einstellungen: welche Kadenzen vorkommen, in welchen Dur-Tonarten gespielt wird und ob die Oberstimmen immer in der Grundstellung starten oder in zufälliger Umlagerung. Dann hörst Du Dir die Akkordfolge so oft an, wie Du möchtest, und klickst die erkannte Stufenfolge an. Bei der Auswertung siehst Du den kompletten vierstimmigen Satz im Notenbild — mit den Akkordnamen im Feedback.

Stufen hören statt Akkorde raten

Jede Stufe der Dur-Tonleiter trägt ihren eigenen Dreiklang: Auf I, IV und V stehen Dur-Akkorde — die Hauptdreiklänge —, auf II, III und VI Moll-Akkorde, auf VII ein verminderter. Der Klangcharakter jeder Station und die Richtung, in die sie zieht, machen die Kadenz erkennbar: Die Dominante V drängt mit ihrem Leitton zur Tonika, die Subdominante IV öffnet, die VI. Stufe täuscht nach einem V-Akkord den Schluss nur an (Trugschluss), und II–V–I ist die klassische Schlussformel mit Anlauf. Gesetzt ist alles nach den Stimmführungsregeln der Lektion: gleiche Töne bleiben liegen, alle Stimmen gehen die kürzesten Wege.

Tipp fürs Üben

Starte mit den drei Grundkadenzen und präge Dir den Unterschied zwischen IV (entspannt) und V (drängend) ein. Nimm dann zuerst I–VI–IV–V–I dazu — die VI. Stufe ist als einziger Moll-Klang zwischen den Dur-Stufen gut zu hören. Zähle bei längeren Kadenzen innerlich die Stationen mit und frage Dich bei jeder: Dur oder Moll? Zieht sie oder ruht sie? Die Theorie dazu findest Du in der Lektion Die Hauptkadenz.