Der verminderte Septakkord (o7) ist die Zuspitzung des Terzenbaus: vier Töne, ausschließlich kleine Terzen, maximale Spannung. In Klassik und Filmmusik ist er der Dramatiker vom Dienst — und stimmlich die Königsdisziplin dieser Übungsreihe, denn nirgendwo rutscht die Intonation leichter weg.
Ein Akkord aus lauter kleinen Terzen
Drei kleine Terzen übereinander — mehr ist der o7 nicht, und genau das macht ihn besonders: Er teilt die Oktave in vier gleiche Teile und ist damit völlig symmetrisch. Jede Umkehrung klingt wieder wie ein verminderter Septakkord, und schon drei verschiedene o7-Akkorde decken alle zwölf Töne ab. Die verminderte Septime außen klingt wie eine große Sexte — notiert wird sie trotzdem als Septime. Und jetzt: stapeln!
Übungshilfen für den verminderten Septakkord
Eine einzige Bewegung, dreimal wiederholt
Nutze die Symmetrie: Du singst dreimal exakt dasselbe Intervall, die kleine Terz. Konzentriere Dich darauf, jede Terz gleich groß zu halten — die Klavier-Kontrolle nach jedem Ton zeigt Dir sofort, ob Du schleichend zu eng wirst (der häufigste Fehler).
Eselsbrücke
Der o7 ist der klassische „Stummfilm-Schurken-Akkord": Wenn im alten Kino das Unheil naht, erklingt genau dieser Klang. Wer den Drama-Effekt hört, hat richtig gestapelt — und singt nebenbei alle anderen Terzschichtungen sicherer.
Wie die Septakkorde aufgebaut sind, erklären die Lektionen Die Vierklänge und Der vollverminderte Vierklang. Sitzt der Klang, teste Dich in der Übung Vierklänge hören.