Der übermäßige Dreiklang ist der geheimnisvollste der vier Dreiklangstypen: gleichmäßig aus großen Terzen gebaut, ohne Grundton-Gefühl, schwebend wie aus einer anderen Welt. Filmmusik liebt ihn — und wer ihn singen kann, beherrscht die große Terz wirklich.
Zwei große Terzen — der symmetrische Klang
Zwei große Terzen übereinander ergeben die übermäßige Quinte — einen Halbton mehr als die reine. Damit ist der übermäßige Dreiklang vollkommen symmetrisch: Jede Umkehrung klingt wieder wie ein übermäßiger Dreiklang, weshalb es zu ihm auch keine eigenen Umkehrungs-Seiten gibt. Das Ohr findet keinen Ruhepol — genau das macht seinen schwebenden Charakter aus. Probier ihn aus!
Übungshilfen für den übermäßigen Dreiklang
Zweimal dieselbe Terz
Nutze die Symmetrie beim Singen: Du brauchst nur ein einziges Intervall, die große Terz — zweimal hintereinander. Singe sie bewusst „hell" und eher etwas zu hoch als zu tief; die zweite Terz gerät sonst fast automatisch zu klein, und der Klang kippt nach Dur. Der Vergleichs-Schritt am Ende entlarvt das sofort.
Eselsbrücke
Der übermäßige Dreiklang ist das Klang-Symbol für „Traum" und „Schweben": Wann immer im Film eine Rückblende beginnt oder etwas Unwirkliches passiert, ist er nicht weit. Wenn Dein Dreiklang nach Traumsequenz klingt, hast Du ihn getroffen.
Wie der übermäßige Dreiklang aufgebaut ist, erklärt die Lektion Die Dreiklänge. Sitzt der Klang, teste Dich in der Übung Dreiklänge hören.