Dur und Moll zu unterscheiden ist die erste große Hörübung jedes Musikers — sie wirklich sicher zu singen die zweite. Der Moll-Dreiklang unterscheidet sich vom Dur-Dreiklang nur in einem einzigen Ton, und genau deshalb lohnt sich das gezielte Training: Wer die kleine Terz sauber trifft, verwechselt die beiden nie wieder.
Den Moll-Dreiklang erkennen und nachsingen
Der Moll-Dreiklang schichtet die Terzen genau umgekehrt wie Dur: unten die kleine, oben die große Terz. Die Quinte bleibt rein — Grundton und höchster Ton sind bei Dur und Moll also identisch. Der ganze Charakterunterschied hängt an einem Halbton in der Mitte. Konzentriere Dich in der Übung auf genau diesen Ton: Die Terz liegt einen Halbton tiefer, als Dein Dur-gewohntes Ohr erwartet.
Merkhilfen für den Moll-Dreiklang
Im Wechsel mit Dur üben
Singe nach ein paar Moll-Durchläufen bewusst einen Dur-Dreiklang auf demselben Grundton (die Übungsseite zum Dur-Dreiklang nutzt dieselben Stimmlagen) und achte nur auf die Terz. Dieser direkte Wechsel schärft das Ohr schneller als jede Einzelübung.
Eselsbrücke
Dur klingt wie „strahlend nach oben geöffnet", Moll wie „derselbe Raum bei heruntergedrehtem Licht" — die Architektur (Grundton und Quinte) bleibt gleich, nur die Färbung in der Mitte kippt. Die freien Grundtöne a, d und e entsprechen den drei wichtigsten Moll-Tonarten.
Wie der Moll-Dreiklang aufgebaut ist, erklärt die Lektion Die Dreiklänge. Sitzt der Klang, teste Dich in der Übung Dreiklänge hören.