Auch die zweite Runde der Sechzehntelrhythmik endet mit Leseübungen. In den folgenden vier Übungen tauchen die Figuren aus Sechzehntelrhythmik 2 gemischt und in zufälliger Reihenfolge auf: Sechzehntelpaare mit Pausen und die punktierte Achtel mit Sechzehntel. Das Besondere daran: Zwischen den Noten ist jetzt viel Stille – und die will genauso präzise gelesen werden wie die Noten selbst.
Die vier Übungen bauen aufeinander auf. Arbeite sie in der vorgegebenen Reihenfolge durch und geh erst weiter, wenn die vorige Übung sicher und entspannt läuft. Jede Übung wird bei jedem Aufruf neu gewürfelt – Auswendiglernen ist also zwecklos, gelesen wird immer.
So gehst Du die Übungen an
Es gelten dieselben Regeln wie in der Leseübung – Sechzehntelrhythmik 1: nicht mitzählen, langsam beginnen, nicht stehenbleiben, Tempo nur in kleinen Schritten steigern. Für die Figuren mit Pausen kommt ein Punkt dazu:
- Der Fuß hält den Puls – gerade in der Stille. Er tippt die Viertel unbeirrt weiter, auch wenn nichts klingt. Nur so bekommen die Pausen ihre exakte Länge.
- Den Sechzehntel-Strom innerlich laufen lassen. Eine Pause ist kein Loch, sondern ein ausgelassener Anschlag an einer Position, die Du ohnehin fühlst.
- Verlorene Stellen überspringen. Lies im Puls weiter und setze beim nächsten Taktanfang wieder ein – Anhalten gibt es beim Blattlesen nicht.
Übung 1: Achtel und Sechzehntel kombiniert
Wie auf der Übungsseite erscheinen die Figuren in beiden Auflösungen: als Achtel- und als Sechzehntelversion. Beim Lesen musst Du deshalb zuerst erkennen, auf welcher Ebene Du gerade bist – dasselbe Bild kann eine oder zwei Zählzeiten dauern.
Nimm die Pausen genauso ernst wie die Noten. Wer nach einer Figur zu früh wieder einsetzt, hat nicht die Noten falsch gelesen, sondern die Stille – das ist der häufigste Fehler auf dieser Stufe.
Übung 2: Die gleichen Figuren mit Haltebögen
Dieselben Bausteine, jetzt mit Haltebögen. Damit gibt es zwei Arten von „hier passiert nichts": die Pause, bei der der Klang endet, und den Haltebogen, bei dem er weiterläuft und nur der neue Anschlag entfällt. Beides sieht beim flüchtigen Lesen ähnlich aus, meint aber Verschiedenes.
Lies zunächst langsam und entscheide an jeder stillen Stelle bewusst: Pause oder gehaltene Note? Sobald diese Unterscheidung automatisch kommt, kannst Du das Tempo anziehen.
Übung 3: Nur Sechzehntel
Jetzt fallen die Achtelversionen weg: In jedem Viertel steckt eine Sechzehntelfigur, das Bild wechselt mit jedem Schlag. Bei 60 bpm heißt das – jede Sekunde eine neue Figur.
Wenn es hakt, liegt es fast immer an einer bestimmten Figur. Geh dann zurück zur Übungsseite und nimm Dir genau diese Figur noch einmal einzeln vor, bis sie ohne Nachdenken kommt.
Übung 4: Durchlaufende Sechzehntel mit Haltebögen
Die Königsdisziplin dieser Seite: Sechzehntelfiguren mit Pausen und Haltebögen zugleich. Was dabei herauskommt, klingt schon sehr nach echter Musik – genau aus solchen lückigen, synkopierten Linien bestehen Gitarrenriffs, Bassgrooves und Bläsersätze in Pop, Funk und Jazz.
Wenn Du diese Übung ohne Zählen und ohne Stocken lesen kannst, hast Du die Figuren wirklich als Bilder abgespeichert. Danach wartet der dritte und letzte Teil der Sechzehntelrhythmik auf Dich.