Lokrisch ist der Außenseiter unter den Kirchentonleitern: Halbton gleich am Anfang, verminderte Quinte in der Mitte — kein stabiler Dreiklang weit und breit. Gerade deshalb ist er die ultimative Intonationsübung: Wer Lokrisch sauber singt, den bringt keine Skala mehr aus der Fassung.
Der Modus mit der verminderten Quinte
Lokrisch hat die Halbtonschritte zwischen 1/2 und 4/5 — und damit als einziger Modus keine reine Quinte zum Grundton, sondern eine verminderte. Zusammen mit kleiner Sekunde, Terz, Sexte und Septime ist er der dunkelste Vertreter des Systems; sein Stufendreiklang ist der verminderte Dreiklang. Auf den weißen Tasten beginnt Lokrisch auf h. Die Übung führt Dich Ton für Ton hindurch — mit Kontrolle nach jedem Schritt.
Übungshilfen für die lokrische Tonleiter
Die Quinte nicht „reparieren"
Dein Ohr wird beim 5. Ton automatisch zur reinen Quinte greifen wollen — genau dort scheitern die meisten. Übe die ersten fünf Töne als eigenen Baustein und höre die verminderte Quinte als engen Anschluss an den 4. Ton (Halbtonschritt zwischen 4 und 5!). Die Klavier-Kontrolle deckt jede unbewusste Korrektur sofort auf.
Merkhilfe
Lokrisch ist „Phrygisch mit eingeknickter Quinte" — bis zum 4. Ton sind beide identisch. Wer Phrygisch schon sicher singt, braucht nur diesen einen zusätzlichen Halbton zu meistern.
Alle sieben Modi im Überblick: Die Kirchentonleitern. Sitzt der Klang, teste Dich in der Übung Kirchentonleitern hören.