Ionisch, Dorisch, Äolisch — auf dem Papier unterscheiden sich die Kirchentonleitern nur durch die Lage ihrer Halbtonschritte, im Klang aber durch ihren ganzen Charakter. Wer Modi sicher erkennen will, muss sie nebeneinander hören: Erst im direkten Vergleich schärft sich Dein Ohr für den Unterschied zwischen dem strahlenden Dur und seinen gefärbten Nachbarn.

So funktioniert die Übung

Du hörst zwei bis vier Kirchentonleitern nacheinander, jede melodisch aufwärts gespielt. Die Frage nennt Dir einen Modus — zum Beispiel: Welche Tonleiter ist die dorische? Der gesuchte Modus kommt garantiert genau einmal vor; Du antwortest mit seiner Position. Während der Aufgabe siehst Du nur ein leeres Notensystem, erst bei der Auswertung werden alle gespielten Tonleitern mit ihren Halbtonschritten aufgedeckt. Wenn Du magst, blende Dir die Klaviatur als Hörhilfe ein.

In der kostenlosen Version vergleichst Du zwei Tonleitern — Ionisch (Dur) und Äolisch (Moll) auf gleichem Grundton im Violinschlüssel. Premium schaltet alle sieben Kirchentonleitern, bis zu vier Tonleitern pro Aufgabe, verschiedene Grundtöne, den Bassschlüssel und alle Lagen frei.

Halbtonschritte machen den Unterschied

Alle sieben Kirchentonleitern bestehen aus denselben Bausteinen: fünf Ganztonschritten und zwei Halbtonschritten. Nur die Position der Halbtonschritte wechselt — und genau das gibt jedem Modus seine Farbe. Beginnst Du auf demselben Grundton, hörst Du die Unterschiede unmittelbar: Die lydische Tonleiter klingt noch heller als Dur, die phrygische durch die kleine Sekunde am Anfang besonders dunkel. Erklingen die Tonleitern dagegen auf verschiedenen Grundtönen, musst Du den Charakter von der Tonhöhe lösen — die eigentliche Königsdisziplin.

Tipp: Nimm Dur und Moll als Anker

Starte mit dem Vergleich Ionisch gegen Äolisch auf gleichem Grundton — das ist der vertraute Dur-Moll-Gegensatz. Hast Du ihn sicher im Ohr, nimm die Modi dazu, die sich jeweils nur in einem Ton unterscheiden: Dorisch ist Moll mit großer Sexte, Mixolydisch ist Dur mit kleiner Septime. Achte gezielt auf diesen einen Ton, statt die ganze Tonleiter „auswendig" hören zu wollen.

Wie die sieben Modi aufgebaut sind, erklärt die Lektion Die Kirchentonleitern.